Microstep - Geschichte

1991 Gründung

Mit der drohenden Schließung des Büromaschinenwerks Sömmerda Anfang der neunziger Jahre war nicht klar, ob und wie es in der Zukunft weitergehen kann. Viele Maßnahmen zur Modernisierung der ehemaligen Volkseigenen Betriebe blieben wirkungslos und Konkursverwalter übernahmen die Führung. An vielen Stellen wurde versucht, die Betriebe zu verkleinern und die Wirtschaftlichkeit nach den neuen Maßstäben herzustellen, so auch in Sömmerda. Trotz negativer Lagebeurteilung seitens der beauftragten Unternehmensberater beschlossen Werner Hanisch, Günter Schwandt, Manfred Arnold und Wilfried Schneider den Schritt zu wagen. Alle waren jahrelang Kollegen im BWS Sömmerda im Bereich Schrittmotoren und gründeten gemeinsam am 22.11.1991 die SAB GmbH Schrittmotoren, Antriebstechnik, Bewegungssysteme, die heutige MICROSTEP GmbH.
Das Risiko war hoch und das Startkapital schwer zu beschaffen. Schrittmotoren gehören schließlich zu den Bauteilen, die nur noch in Fernost produziert werden. Nach reiflicher Überlegung, manch schlafloser Nacht und mehreren Anläufen bei der Bank gründeten sie gemeinsam am 22.11.1991 das Unternehmen.
Aufgrund der für 1989/90 geplanten Neuprojekte des VEB Büromaschinenwerk, die nicht mehr umgesetzt werden konnten, standen „neueste Anlagen“ zur Verfügung. Diese und weitere wesentliche Produktionsausrüstungen wurden zu damals üblichen Bedingungen übernommen. Zu den übernommenen Maschinen gehörte unter anderem eine moderne Entfettungsanlage der Karl Roll GmbH & Co. KG. Diese sollte sich in den nächsten Jahren noch als äußerst nützlich erweisen, denn an reine Schrittmotorenproduktion war anfangs kaum zu denken. Selbst an Schrittmotoren der letzten Generation hatte anfangs niemand großes Interesse. Die Produktion alter Modelle, insbesondere der Reluktanz-Motoren, wurde wegen mangelnden Interesses alsbald eingestellt. Noch bis 1997 wurde ein großer Teil des Umsatzes mit Dienstleistungen, wie dem Reinigen und Entfetten von Bauteilen für Kunden aus der Automobilindustrie, realisiert. Zunehmend erinnerte man sich wieder an die Sömmerdaer Kompetenzen. Insbesondere ehemalige Kollegen des Büromaschinenwerks wussten das Know-how noch immer zu schätzen und wurden zu den ersten Kunden. Sömmerdaer Schrittmotoren hielten wieder Einzug in Drucktechnik namhafter deutscher Hersteller. Schnell wurde den Beteiligten klar, dass der neue Markt lag nicht in der Massenproduktion, sondern in individuellen Antriebslösungen und angepassten Konzepten liegt.

<< zurück